Erst festlegen, was verglichen wird

Eine Versicherung mit lebenslanger Rentenzahlung und ein Depot mit fondsgebundenem Auszahlungsplan erfüllen nicht automatisch dieselbe Aufgabe. Bevor Sie Preise nebeneinanderlegen, bestimmen Sie deshalb die Vergleichsfrage: Geht es um ein gefördertes Standardprodukt, ein Depot ohne Garantie oder um einen Vertrag mit vereinbarter Kapitalgarantie? Bei unterschiedlichen Produktarten sollten Sie auf eine klare Erklärung der Unterschiede achten.

Die Reform sieht mehrere Produktformen vor. Das Standardprodukt soll Orientierung bieten und seine Kosten sind gesetzlich begrenzt. Ein Produkt ohne Garantie kann andere Wertschwankungen aufweisen als ein Garantieprodukt. Bei der Auszahlungsphase sollen je nach Vertrag lebenslange Renten oder langlaufende Auszahlungspläne möglich sein. Achten Sie darauf, dass der Vergleich diese Merkmale sichtbar macht und Produktarten klar voneinander trennt.

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Kosten vollständig und auf vergleichbare Weise prüfen

Fragen Sie nach Abschluss- und Vertriebskosten, laufenden Vertragskosten, Kosten der Fonds oder Anlageoptionen sowie möglichen Gebühren bei Änderungen, Auszahlungen und Anbieterwechseln. Bei Versicherungsanlageprodukten beschreibt die Effektivkostenkennzahl, wie stark die jährliche Rendite durch die Gesamtkosten gemindert wird. Sie ist hilfreich, aber nur dann sinnvoll vergleichbar, wenn Vertragsdauer, Beitrag und gewählte Anlageoption zusammenpassen.

Die BaFin hat in ihrer Untersuchung von 2022 deutliche Unterschiede bei Effektivkosten fondsgebundener Versicherungen festgestellt. Die Erhebung stammt aus dem Jahr 2022 und bildet nicht den heutigen Markt ab. Für einen aktuellen Vergleich sind die konkreten Vertragsinformationen maßgeblich. Vergleichen Sie nicht nur eine Modellzahl, sondern prüfen Sie die zugrunde liegenden Kostenpositionen und Berechnungsannahmen.

Bei der neuen geförderten Altersvorsorge sind außerdem Beiträge über dem förderfähigen Höchstbetrag gesondert einzuordnen. Eine Einzahlung ist nicht automatisch in gleicher Höhe mit einer Zulage verbunden.

Grundlagen: BaFin: Wenn Lebensversicherungen zu viel kosten · BMF: FAQ zur Reform der geförderten privaten Altersvorsorge

Ein gemeinsames Szenario verhindert Scheingenauigkeit

Vergleichen Sie alle Angebote anhand derselben Eckdaten: monatlicher Eigenbeitrag, Beginn, Laufzeit, Kinderzulage und Förderberechtigung, soweit relevant, sowie dieselbe angenommene Wertentwicklung. Achten Sie darauf, dass die tatsächlich eingezahlten Beiträge und Zulagen getrennt von unverbindlichen Beispielwerten für künftige Anlageerträge ausgewiesen werden. Beispielwerte zeigen mögliche Entwicklungen unter den jeweils angegebenen Annahmen.

Prüfen Sie, ob unterschiedlich ausgewiesene Kostenkennzahlen erläutert werden. Ohne diese Einordnung ist eine Rangfolge wenig aussagekräftig. Eine einzelne Zahl wie erwartetes Endkapital lässt sich ohne Annahmen zu Marktverlauf, Gebühren und Auszahlungsdauer leicht missverstehen. Prüfen Sie die Angaben im amtlichen Produktinformationsbogen und in den Vertragsbedingungen.

Grundlagen: BMF: FAQ zur Reform der geförderten privaten Altersvorsorge · BaFin: Wenn Lebensversicherungen zu viel kosten

Produkt, Anbieter und Dienstleistung getrennt bewerten

Neben dem Preis zählen Anlageauswahl, Garantien, Verfügbarkeit des Guthabens, Auszahlungsoptionen, digitale Bedienbarkeit und Kundenservice. Fragen Sie den Anbieter nach den Bedingungen für Einzahlungen, Übertragungen und Auszahlungen. Eine Zulassung oder Zertifizierung sagt noch nicht, ob Kosten und Eigenschaften zu Ihrer Situation passen.

Bewerten Sie Produkt und Beratung getrennt. Wenn Sie persönliche Unterstützung nutzen, klären Sie, wer sie erbringt, welche Erlaubnis oder Registrierung vorliegt und ob ein zusätzliches Entgelt anfällt. So lassen sich Online-Abschluss und betreute Leistung anhand ihrer tatsächlichen Leistungen vergleichen.

Grundlagen: BMF: FAQ zur Reform der geförderten privaten Altersvorsorge · Gewerbeordnung § 34d

Vergütung und Sortierung prüfen

Auch ein für Sie kostenloser Vergleich kann durch Anbieter oder Vermittler vergütet werden. Achten Sie darauf, wer zahlt, ob die Vergütung bei einem Klick, einer Anfrage oder einem Abschluss entsteht und welche Anbieter teilnehmen. Achten Sie darauf, dass bezahlte Platzierungen klar gekennzeichnet sind.

Prüfen Sie, ob veröffentlichte Kriterien erklären, wie Angebote sortiert werden – zum Beispiel nach Kosten innerhalb desselben Szenarios oder alphabetisch. Fehlende oder veraltete Daten machen Gesamtnoten unzuverlässig. Prüfen Sie daher auch, wie aktuell und vollständig die Angaben sind. Ohne geprüfte Angebotsdaten ist eine Rangliste keine verlässliche Entscheidungshilfe. Die Aussage „bestes Produkt“ ist ohne klar benannte Zielgruppe, Kriterien und vollständige Marktabdeckung nicht belastbar.

Grundlagen: Gewerbeordnung § 34d · BaFin: Wenn Lebensversicherungen zu viel kosten

Häufige Fragen

Ist das günstigste Angebot automatisch das beste?

Nein. Kosten sind wichtig, aber Produktart, Anlageoptionen, Garantien, Auszahlungsregeln und Service unterscheiden sich ebenfalls. Vergleichen Sie nur Angebote, die dieselbe Aufgabe erfüllen und mit gleichen Annahmen gerechnet wurden.

Kann ein Vergleichsportal an einer Vermittlung verdienen?

Ja. Prüfen Sie, welche Anbieter teilnehmen, wer eine Vergütung erhält und nach welchen Kriterien sortiert wird.

Was, wenn im Vergleich noch kein Anbieter gelistet ist?

Dann liegen möglicherweise noch keine geprüften und vergleichbaren Angebotsdaten vor. Eine leere Liste sagt nichts über die Qualität einzelner Produkte aus. Fragen Sie nach, wann neue Angebote geprüft und aufgenommen werden.

Quellen & Informationsstand

Stand: 13. Oktober 2026. Die beschriebenen Regeln können unterschiedliche Inkrafttretens- und Übergangstermine haben. Maßgeblich sind die jeweiligen gesetzlichen Voraussetzungen und Vertragsunterlagen.

Vertiefende Informationen finden Sie in den verlinkten Quellen. Unsere Informations- und Vergleichsgrundlagen.

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