Welche Kosten anfallen können

Bei einem Vorsorgevertrag können Abschluss- und Vertriebskosten, laufende Verwaltungskosten, Kosten der Kapitalanlage sowie Gebühren für besondere Vertragsvorgänge anfallen. Im Fonds können außerdem laufende Fondskosten und Transaktionskosten stecken. In der Auszahlungsphase können eigene Kosten für Verrentung, Verwaltung oder Auszahlung vereinbart sein. Welche Positionen tatsächlich anfallen, hängt vom Produkt ab; keine einzelne Liste passt auf alle Verträge.

Wichtig ist, dass Kosten auf unterschiedliche Weise ausgewiesen werden können. Manche werden direkt vom Beitrag abgezogen, andere dem Vertragsguthaben belastet oder bereits im Fondswert berücksichtigt. Addieren Sie Werte deshalb nur dann, wenn die Produktinformation klarstellt, dass sie nicht bereits in einer Kennzahl enthalten sind.

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Was Effektivkosten aussagen

Die Effektivkosten drücken aus, in welchem Umfang die jährliche Rendite des Vertrags durch Kosten im Durchschnitt sinkt. Sie bündeln damit verschiedene Kostenbestandteile in einer Vergleichsgröße. Ein ausgewiesener Wert von 1,0 Prozent ist nicht einfach dasselbe wie ein jährlich vom Kontostand abgebuchter Pauschalbetrag von exakt einem Prozent in jedem Jahr; maßgeblich sind Berechnung und Produktinformation.

Für einen Standarddepot-Vertrag ist die durchschnittliche jährliche Renditeminderung durch Effektivkosten auf höchstens 1,0 Prozent begrenzt. Diese Grenze gilt für das Standardprodukt, nicht pauschal für jedes Altersvorsorgeprodukt. Ein Vertrag unterhalb des Deckels kann trotzdem höhere Kosten als ein anderes Angebot haben. Vergleichen Sie die konkreten Werte und Leistungen.

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Das Produktinformationsblatt als Vergleichsgrundlage

Vor Vertragsabschluss muss der Anbieter ein individuelles Produktinformationsblatt bereitstellen. Darin sind unter anderem Produktkategorie, garantierte Leistungen, Effektivkosten, Kosten in Anspar- und Auszahlungsphase, Risikoindikator, verschiedene Performanceszenarien und Hinweise zu Anbieterwechseln vorgesehen. Nutzen Sie dieses Blatt zusammen mit dem vollständigen Vertrag. Ein Werbebanner oder ein einziger Prozentwert ersetzt die Vertragsunterlagen nicht.

Damit der Vergleich brauchbar ist, müssen die Annahmen zusammenpassen. Prüfen Sie Beitrag, geplante Laufzeit, Anlageauswahl, Beginn der Auszahlung und Garantievariante. Unterschiedliche Beispiele können zu unterschiedlichen Kennzahlen führen, selbst wenn die Kostenquote ähnlich aussieht.

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Was ein halber Prozentpunkt über 20 Jahre verändern kann

Zwei Modellvarianten erhalten jeweils 150 Euro am Ende jedes Monats, über 20 Jahre insgesamt 36.000 Euro. Beide rechnen mit derselben konstanten Bruttorendite von 6,5 Prozent pro Jahr. Zur Veranschaulichung wird davon in Variante A ein jährlicher Kostensatz von 0,5 Prozentpunkten, in Variante B von 1,0 Prozentpunkten abgezogen. Die Netto-Modellrenditen betragen damit 6,0 beziehungsweise 5,5 Prozent.

Eigene Modellrechnung: gleiche Beiträge und Bruttorendite, unterschiedliche Kosten
Annahme oder ErgebnisVariante AVariante B
Monatlicher Eigenbeitrag150 €150 €
Laufzeit20 Jahre20 Jahre
Bruttorendite im Modell6,5 % pro Jahr6,5 % pro Jahr
Vereinfachter jährlicher Kostenabzug0,5 Prozentpunkte1,0 Prozentpunkte
Netto-Modellrendite6,0 % pro Jahr5,5 % pro Jahr
Modellwert nach 20 Jahren68.015,79 €64.329,83 €

Der Unterschied beträgt im Modell 3.685,97 Euro. Wiederkehrende Kosten verringern das investierte Kapital und damit auch die möglichen Erträge darauf. Bei gleichen Leistungen und gleicher Anlage lässt ein niedrigerer Kostenabzug mehr Kapital für die Vorsorge übrig.

Berechnung: Die jährliche Netto-Modellrendite wird in eine gleichwertige Monatsrendite umgerechnet; jede der 240 Einzahlungen erfolgt am Monatsende. Der Unterschied wird vor der Rundung der Endwerte berechnet. Zulagen, Berufseinsteigerbonus, Steuern, Inflation sowie Abschluss- und einzelne Transaktionskosten sind nicht eingerechnet. Die gleichmäßige Rendite und der pauschale Kostenabzug sind vereinfachte Annahmen, keine Prognose oder Abbildung eines konkreten Vertrags. Tatsächliche Kosten können anders erhoben werden.

Mit unserem Kostenrechner können Sie dieselben Annahmen mit eigenen Werten vergleichen. Ermitteln Sie Ihre möglichen Zulagen getrennt im Förderrechner. Für einen Produktvergleich gehören anschließend Förderung, Kosten, Risiken und Leistungen zusammen.

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Checkliste für einen fairen Kostenvergleich

  • Nutzen Sie einheitliche Beiträge, Vertragslaufzeiten und Auszahlungsbeginne.
  • Lesen Sie Effektivkosten zusammen mit Kosten in Anspar- und Auszahlungsphase.
  • Erfragen Sie, ob Fonds-, Depot- oder Servicegebühren in der Kennzahl enthalten sind.
  • Beachten Sie Abschlusskosten, Kosten bei Anbieterwechsel und Regeln zu bereits übertragenem Kapital.
  • Trennen Sie Kosten von Anlageergebnis und Garantie; ein günstiger Vertrag garantiert keine positive Rendite.
  • Prüfen Sie, ob für den Produktvergleich einheitliche Kostenstichtage und Quellen verwendet wurden.

Vergütungen an Vermittler oder Vertrieb sind ebenfalls transparent zu behandeln. Eine Rangfolge allein nach einem Gebührenwert kann wichtige Unterschiede bei Risiko, Leistung und Auszahlung ausblenden. Rechtsstand: 17. Oktober 2026.

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KOSTEN GREIFBAR MACHEN

Was laufende Kosten im Modell verändern

Vergleichen Sie, wie sich zwei unterschiedliche laufende Kostensätze bei gleichem Beitrag, gleicher Laufzeit und gleicher Renditeannahme auswirken.

Monatliche Einzahlung jeweils am Monatsende. Netto-Modellrendite = angenommene Jahresrendite minus laufender Kostensatz, monatlich umgerechnet. Ohne Zulagen, Steuern, Inflation, Abschlusskosten oder einzelne Transaktionskosten. Tatsächliche Kosten können anders erhoben werden. Eingaben bleiben auf dieser Seite.

Häufige Fragen

Sind die Effektivkosten von jedem neuen Altersvorsorgevertrag auf 1 Prozent begrenzt?

Nein. Der gesetzliche Deckel von höchstens 1,0 Prozent gilt für Standarddepot-Verträge. Für andere Produktformen müssen die konkreten Kosten im Produktinformationsblatt geprüft werden.

Sind niedrigere Kosten automatisch das bessere Angebot?

Niedrige Kosten sind ein wichtiger Vergleichspunkt, sagen aber allein nichts über Garantie, Risiko, Anlageauswahl, Auszahlung oder Vertragsservice aus.

Sind Kosten in der Auszahlungsphase schon enthalten?

Das hängt von den Angaben des Produkts ab. Das Produktinformationsblatt muss Kosten der Anspar- und Auszahlungsphase ausweisen; lesen Sie, auf welche Phasen und Leistungen sich Werte beziehen.

Quellen & Informationsstand

Stand: 17. Oktober 2026. Die beschriebenen Regeln können unterschiedliche Inkrafttretens- und Übergangstermine haben. Maßgeblich sind die jeweiligen gesetzlichen Voraussetzungen und Vertragsunterlagen.

Vertiefende Informationen finden Sie in den verlinkten Quellen. Unsere Informations- und Vergleichsgrundlagen.

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